Ein herzliches Grüßgott auf der Internetseite
des GTEV  D´Raschenberger Teisendorf

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Chronik GTEV D’Raschenberger Teisendorf

Das 16. Gautrachtenfest am 12. August 1906 im benachbarten Traunstein könnte der Anlass gewesen sein, dass sich in Teisendorf eine Gruppe von Burschen für die Trachtensache begeisterte und im Jahre 1907 einen Gebirgstrachtenerhaltungsverein gründete. 21 junge Männer und zwei Dirndl waren der Anfang dieses Unterfangens. Der Name des Vereins „Raschenberg“ dürfte wohl darauf zurückzuführen sein, dass die Überzahl der Gründungsmitglieder im benachbarten Oberteisendorf beheimatet war mit dem Schlossberg und der darauf erbauten Burg Raschenberg als „ihrem“ Hausberg.

1909 weihte der Verein eine Standarte, die noch bis vor dem 2. Weltkrieg vorhanden war.

Raschenberg außen um 1800
Raschenberg Innenhof um 1800

die Burgruine Raschenberg in alten Zeichnungen

Dem rührigen Vorstand Johann Maier und seiner Umsicht war es zu verdanken, dass der Verein bis zum 1. Weltkrieg in den Wogen der Zeit alle Klippen meisterhaft umsegelte; war doch der Trachtenverein, wegen der „Zweigeschlechtigkeit“, was damals noch als sehr unschicklich galt, in der Öffentlichkeit nicht besonders angesehen.
Vor Ausbruch des 1. Weltkrieges hat sich der Verein wegen einiger Querelen auseinander gelebt und ist auf 13 Mitglieder zusammengeschmolzen. Über die Gefallenen und die folgende Zeit fehlen alle Aufzeichnungen, vermutlich sind diese in den Wirren der Nachkriegsjahre, die vereinsintern wieder nicht gerade vorbildlich waren, verloren gegangen. Allerdings nahm die Trachtensache einen „Mordsaufschwung“, waren doch die Soldaten durch die großen und fernen Kriegsschauplätze weit weltoffener geworden. Mit 33 Mitgliedern konnte der Verein wieder unter dem Vorstand Otto Mittertreiner weitergeführt werden.

Trachtenbild 2
Gruppenfoto 1907

Fotos aus der Zeit der Gründung 1907 und 1908

1919 gab es den zweiten großen Knall. Der Verein spaltete sich in „Raschenberger“ mit 41 Mitgliedern unter Otto Mittertreiner und „Freidling-Teisenberg“ mit 15 Mitgliedern unter Robert Aschauer. „Raschenberger“ zählten im Jahre 1920 75 Männer und fünf Dirndl in ihren Reihen. Die „Freidlinger“ erlebten 1923 „ihre“ Fahnenweihe. Im Jahre 1925 war dann die Wiedervereinigung unter dem gemeinsamen Vorstand Otto Mittertreiner.
Als Vereinsname wurde „wegen der Fahne und der geringeren Umänderung dann „Freidling-Teisendorf“ beschlossen. Händel und Rivalitäten unter den zwei Gruppen brachten immer wieder so manchen Almtanz zum Platzen, was dem angeschlagenen Ruf des Vereins nicht gerade wohltat. Bei der Generalversammlung am 17. Dezember 1933 einigte man sich endgültig auf den Namen „D’Raschenberger“, der heute noch seine Gültigkeit hat.

Freidlinger Trachtler 1923
Gruppe 1925

die Freidlinger Trachtler 1923 und ein Gruppenfoto von 1925 

Foto unten: Zeitpunkt der Aufnahme nicht bekannt                                                 

Trachtenbild 1

Nach dem politischen Umschwung 1933 sollten die Trachtler im Reichsbund zusammengeschlossen werden. Diesen Versuch wiesen zuerst die meisten Vereinen ab, worauf man die Trachtler allgemein als „Marxisten“ einstufen wollte.
Ab 1934 waren dann auf einmal die Trachtenvereine gefragte Objekte und für die Fremdenverkehrswerbung sehr gut zu gebrauchen. Vorstand Isidor Embacher verstand es, den Verein zu stabilisieren und unter seiner Leitung nahm er einen unerwarteten Aufschwung, nicht zuletzt, weil die jetzt in Vielzahl eintreffenden Gäste aus dem Norden des Reiches von den Heimatabenden vollauf begeistert waren und dadurch auch die Vereinskasse eine willkommene Auffrischung erfuhr.
Leider hat dann ein 2. Weltkrieg die so gut funktionierende Vereinsarbeit wieder unterbrochen und jetzt – o, welch ein Kuriosum – fehlen wieder alle Aufzeichnungen bis zum Jahre 1963.
Als nach dem 2. Weltkrieg das Vereinsleben wieder aufblühte, war es für uns „Raschenberger“ eine große Ehre, das 60. Gautrachtenfest ausrichten zu dürfen. Am 23. Juli 1950 wurden trotz des aufkommenden Sauwetters 7.532 Festzeichen verkauft.

Gautrachtenfest 23-07-50

Solche Feste geben einem Verein natürlich gewaltigen Auftrieb. An Nachwuchs fehlte es nicht. Die Aktivitäten der Vorstände brachten immer wieder neue Ideen und die Heimatabende zum größten Teil sicher nicht „nur“ finanzielle Erfolge. Die Plattler und Plattlergruppen schneiden bei den Preisplatteln immer hervorragender ab und machen dadurch Teisendorf weit über den Gau hinaus bekannt. Massenbeteiligungen bei Fahnenweihen, Gründungs- und Gaufesten meistens mit der Teisendorfer Musikkapelle tragen ebenfalls zu dem Bekanntheitsgrad bei. Der Verein beteiligt sich bei kirchlichen und weltlichen Festen im Ort, mit Festwägen und auch als Organisationshelfer. Die „Röckiweiber“ bieten immer ein besonderes Ziel für alle Fotografen.

Holzhacker Heimatabend

Beim Heimatabend Mitte der 60er Jahre  im Dorfstadl
- die Plattler beim Musen zum Holzhacker -

1957 die Fahnenweihe und die Ausrichtung des Rupertipreisschnalzens mit 67 Passen waren zwei herausragende Veranstaltungen im Ort. Auch die Völkerverständigung wird durch die Patenschaft mit den französischen Städten Betetè und Genuillac in Gegenbesuchen gepflegt. Die Beteiligung an den Feierlichkeiten bei den Olympischen Spielen 1972 und der Fußballweltmeisterschaft 1974 in München zeugen von der Bekanntheit und Beliebtheit unseres Vereins.

Stadion München 1974

vier Paare tanzen zur Weltmeisterschaft 1974 im Olympiastadion in München

Ein internationales Brauchtums- und Volksmusiktreffen in Regensburg vom Bayerischen Rundfunk wurde ebenfalls von uns mitgestaltet. Verbunden mit unserem 75jährigen Gründungsfest am 18. Juli 1982 durften wir das 92. Gau-Trachtenfest ausrichten. Bei strahlendem Sonnenschein fanden sich über 8.000 Trachtler und 37 Musikkapellen ein.

03-Gaufest Teisendorf 1982
02-Gaufest Teisendorf 1982
01-Gaufest Teisendorf 1982
05-Gaufest Teisendorf 1982
04-Gaufest Teisendorf 1982
06-Gaufest Teisendorf 1982 07-Gaufest Teisendorf 1982
08-Gaufest Teisendorf 1982

Eine Woche später beim Gaupreisplatteln qualifizierten sich zwei Teisendorfer Plattler für die Gaugruppe.
1983 beteiligte sich der Verein am Trachtenaufmarsch in München zum
100jährigen Gründungsjubiläum des ersten Trachtenvereins in Bayerisch Zell.
Ein Bestreben des Vereins war und ist es, die Jugendarbeit stetig voranzutreiben und so gelang es in den folgenden Jahren, immer wieder vordere Plätze bei allen Preisplatteln zu belegen.
1987 feierte der Verein einen Jubiläumsabend zum 80jährigen Bestehen. Der Patenverein „Surtal-Lauter“ gestaltete diesen mit.
1991 wurde zusammen mit den Freidlinger Schnalzern das Rupertigau-Preisschnalzen ausgerichtet. Im selben Jahr übergab auch unser langjähriger Vorstand Bert Seeböck sein Amt an den bisherigen Jugendleiter Heinrich Hogger. Bert Seeböck wurde zum Ehrenvorstand ernannt.
Im Folgejahr – der Verein wird 85 Jahre alt – organisiert unser 1. Vorstand Heinrich Hogger im Gewölbe des Poststalles eine große Fotoausstellung.
Es ließ nicht lange auf sich warten, bis der Beschluss gefasst wurde, zum
90jährigen Gründungsfest eine neue Fahne zu weihen, da die bisherige erste Alterserscheinungen zeigte. In diesem Zusammenhang wurde auch ein großes Trachtenfest in Teisendorf geplant.
Im September 1997 war es dann soweit. Am 13. und 14. September wurde unter der Leitung von 1. Vorstand Heinrich Hogger und Festleiter Hans Haberlander das 90jährige Gründungsfest mit Fahnenweihe gefeiert. Am Festabend, den 13. September, zeigte sich der Himmel von keiner guten Seite, denn es schüttete wie aus Eimern. Der Festsonntag, am 14. September, hatte Petrus ein Einsehen und so wurde das Trachtenfest unter weißblauem Himmel zu einem unvergesslichen Erlebnis. Der Trachtenverein „Surtal-Lauter“ stand unserer Fahne, wie schon 1957, wieder als Pate zur Seite.
Am 19. November 2003 verstarb unser langjähriger 1. Vorstand und Ehrenvorstand Bert Seeböck. Die große Schar der Mitglieder, die ihm das letzte Geleit gab, zeigte, dass der Verein seine über Jahre hinweg verdienstvolle Arbeit zu schätzen wusste.
Durch die stetige Jugendarbeit gelang es dem Verein, immer mit Stolz auf eine große Kinder-, Jugend- und Aktivengruppe zählen zu können. Als Folge dieser Arbeit konnten die Buam und Dirndl immer wieder vordere Plätze bei Gebiets- und Gaupreisplatteln erreichen.
Als einen Höhepunkt der Aktivengruppe darf man sicherlich den Auftritt in der Livesendung des Bayerischen Fernsehens „Jahrhundert der Bayern“ in Regensburg nennen.
Im August 2007 feierte der Verein  sein 100jähriges Gründungsjubiläum.